Randolph H. Wolf

Über mich und meine Malerei (momentan)

 Ich bin am 17. August 1950 in Columbus, Ohio als Randolph Harold Krebs geboren und in Columbus auch groß geworden. Nach der High School studierte ich hin und wieder quartalsweise an der Ohio State University Geistes- und Sozialwissenschaften, zwischendurch aber auch an dem Columbus College of Art and Design - bis mein Wehrdienst meine Ausbildung 1969 unterbrach. Nach meinem Militärdienst reiste ich per Anhalter von der Ostküste bis zur Westküste und zurück. Die Jahre 1970,1971 und 1972 verbrachte ich mit längeren Aufenthalten in New York City, Chicago und San Francisco, häufig beschäftigt in Kunstgalerien (Ausstellungsvorbereitungen) um meinen mageren Lebensunterhalt zu bewältigen. Ich schrieb und zeichnete täglich in einem Journal über meine Gedanken und Erlebnisse. 

Die Universität wurde mir zunehmend langweilig und ich hatte irgendwie den Gedanken im Kopf, dass ich Goethes Faust im Original lesen wollte. Also bin ich im Oktober 1972 nach Deutschland gereist und begann in Ebersberg bei München am Goethe Institut die deutsche Sprache zu erlernen. Ich absolvierte einen zweiten Kurs in Göttingen und blieb dort bis 1984. In Göttingen, nach verschiedenen Arbeiten in den Universitätskliniken, studierte ich Medizin an der Georg-August-Universität. Nach Beendigung des Studiums wohnte ich in Plön, Mölln und Lübeck. Im Jahr 2009 zog ich nach Stralsund an der Ostsee und arbeitete als Geriater. Ich heiratete meine Lebensgefährtin Olga Wolf in 2014 (wobei ich meinem Mädchennamen aufgab) und lebe und arbeite seither in Stralsund und Zarrendorf. Im Februar 2018 bezog ich mein eigenes Atelier in Zarrendorf nach der Renovierung eines Gebäudes hinter unserem Wohnhaus. Mit Freude besuche ich seit dem Sommer 2018 Jahr eine Reihe von Workshop-Angeboten der Academy of Fine Art Germany in Bad Homburg v. d. Höhe mit Cornelia Wi und Agustin Incicco um meine künstlerische Fähigkeiten zu verbessern. 

 

Foto: Igen Campos
Foto: Igen Campos

Ich benutze gerne Bilder die ein Muster aufweisen, die mich an etwas anderes erinnern: eine Figur, ein Gesicht, ein Tier oder einfach eine elegante dekorative Form. Es ist wie wenn man in einem Wartezimmer sitzt, die Fliesen betrachtet, und Bilder von einem menschlichen Rumpf oder Wisent sieht oder Gesichter erscheinen plötzlich aus dem Nichts. Es ist die Erschaffung von Bildern, die sich vorher nicht in den Augen des Betrachters befanden. Ich bin fasziniert von der Wirkung, die Rost oder veraltete verwitterte Objekte und Oberflächen in mir auslösen können. Anfangs habe ich realistische Interpretationen von meiner Sichtweise und die Assoziationen die ich präsentierte präzisiert, habe aber inzwischen die Bilder so belassen wie sie ursprünglich erschaffen wurden, weil ich zu einem späteren Zeitpunkt etwas ganz anderes darin gesehen habe. Es ist wie das Erlebnis bei betrachten der Kippfigur von "Meine Frau und meine Schwiegermutter". Beim erneuten Blick ergibt sich eine junge Dame mit Hut. In diesem Sinn sehe ich in zeichnerischen Andeutungen mit wenigen Strichen Objekte oder Figuren mit denen ich assoziieren kann. Gemälde von Valesques und die mächtigen Skizzen von Rembrandt mit wenigen Strichen, wie auch die Zeichnungen von James McNeil Whistler's lassen mich atemlos und neidisch werden. 

  

Die Abbildung eines Baumes, eines Gesichtes, eines Gebäudes oder eines Tieres mit einem kleinen Stück Conté ergeben Bilder, die wir erkennen. Obwohl diese Gesichter, Wesen und Objekte unterschiedlich voneinander sind, können wir sie in unserem Gedächtnis einordnen. Formen, die wir nie zuvor gesehen haben können nicht leicht eingeordnet werden, es gibt keine Schubladen in unseren Köpfen wo sie gewohnt hingehören. Also wir müssen sie genau anschauen, um sie wirklich wahrzunehmen. Wohin gehört diese unbekannte Form? Dies ist ein Prozess der in dem Betrachter stattfindet. Es liegt an der individuellen Erfahrung des jeweiligen Betrachters, die emotional geladene Information von den Farbkombinationen und Formen auf Oberflächen aufzunehmen. Wenn zwei oder mehr Formen überlappend oder nebeneinander platziert werden wird oft Bewegung suggeriert, wie ein subtiles Ballett von Formen und Farben. Willem de Kooning, Jackson Pollock, Cy Twombly – wenn ihre Bilder Musik wären, wie würden sie klingen? 

  

Begeistert wie Farben in sich verändern, wenn sie neben anderen Farben platziert werden, habe ich das Durchmischen von Farben vermieden. Ich ziehe es vor, zumindest momentan, die Farben mit starkem Kontrast nebeneinander und damit aufreizend oder harmonisch zu platzieren.  

  

Ich kann Kunst nicht lehren, da ich kaum formale Bildung bekommen habe. Ich habe aber kein Problem damit ein Autodidakt zu sein. Die Begeisterung für das Malen zu vermitteln und natürlich auch deren Ergebnisse ist mir ein großes Anliegen. Ich lade Sie herzlich ein, einige meiner Bilder anzusehen und zu erleben. Ein Bild zu betrachten heißt vor allem, es auf mich einwirken zu lassen und zu sehen was es in mir hervorruft. Kunst ansehen lehrt Empathie. Es verlangsamt die Zeit in unserem hektischen Alltag. 

 

 

Randolph H. Wolf

artist@randolph-wolf.de